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ZAI SKI: IMMER EINE SKILÄNGE VORAUS

Drei Buchstaben machen in der Welt des Wintersports den feinen Unterschied: zai. Eine Suche auf Google lässt keine Fragen mehr offen. An oberster Stelle der 326.000 Treffer erscheint die firmeneigene Homepage. Im eigenen Wortlaut «die offizielle Webseite von zai, dem besten Ski-Hersteller der Welt».

Der Bentley für die Piste.

SKI DER SUPERLATIVE

Bretter, die die Welt bedeuten? Der Anspruch ist zwar unbescheiden, aber nicht ganz unbegründet. In den zurückliegenden zwölf Wintern hat sich die Graubündner zai-Manufaktur international einen Namen gemacht. Den grossen Durchbruch feierte Gründer Simon Jacomet im Jahr 2009. Damals konnte er den befreundeten USB-Finanzanalysten Benedikt Germanier als Geschäftsleiter gewinnen. Zudem ging aus der Kooperation mit Bentley-Motors eine federleichte Luxusedition hervor. Das Modell zai für Bentley besitzt eine limitierte Auflage von 250 Stück. Nicht lange liess das Medienecho auf sich warten: «Wie ein junger Gott fliegt der zai die Piste herab», applaudierte die deutsche Springer-Presse. «Der Ski verleiht Flügel», jubelte zwei Jahre später auch die britische Financial Times. Zu diesem Zeitpunkt waren Skier von zai allerdings längst kein Geheimtipp mehr. Im Gegenteil: Im Winter 2011 trat die Manufaktur erstmals als offizieller Ausrüster der Alpinen Ski-Weltmeisterschaft auf. Diesen ehrenvollen Titel konnte sich zai bis heute bewahren.

© Zai Ski

SPRUNG INS GEFRORENE WASSER

zai-Ski sind zudem Bretter, die viel Geld bedeuten. In limitierter Auflage stehen sie in den Boutiquen von Méribel bis Hong Kong zum Verkauf. Zum Gipfel des Erfolgs führte Simon Jacomet ein langer Weg. Dessen Ausgangspunkt liegt im Westen Graubündens: In dem etwa 1.200 Meter hoch gelegenen Dorf Disentis besuchte Jacomet eine Klosterschule. Anschliessend zog es den Maturanten nach Florenz. An der Hochschule für Gestaltung studierte Jacomet Produktdesign. «Die Form folgt der Funktion», lautet seither die wichtigste Maxime seiner Arbeit. Und: «Gutes Design spricht für sich selbst.» Dieser minimalistische Ansatz kam auch bei dem Fabrikanten Salomon gut an. Hier absolvierte Jacomet seine Lehrjahre. Parallel hielt er gute Kontakte zum Profisport. So trainierte
Jacomet zeitweilig sogar die Schweizer Abfahrtsmannschaft. Den mittlerweile Vierzigjährigen zog es dann im Jahr 2003 in die Selbstständigkeit. In Jacomets Heimatdorf diente ihm eine leerstehende Druckerei als erste Werkstatt. Die Gründung der zai-Manufaktur war somit vollzogen. – Ein mutiger Sprung ins kalte, ja sogar gefrorene Wasser.

DAS GEWISSE ETWAS

Als Kind schlüpfte Jacomet noch mit Lederschuhen in seine Ski. Als Erwachsener verwandelt er die Bretter mittlerweile in ein High-Tech- Produkt. Allein das Basismodell «zai testa» besteht aus 74 Versatzstücken. Diese werden sowohl in Handarbeit als auch in Labors mit Spezial- Maschinen angefertigt. Bis zu zehn Stunden nimmt der gesamte Herstellungsprozess eines Paars zai-Ski in Anspruch. Je nach Modell kommen Glasfasern, Thermoplasten, Dyneema, Filz oder Kautschuk zum Einsatz. Die wichtigste Rolle aber spielen die Materialien Holz, Karbon und Gneisen. Unter Gneisen versteht man ein granitartiges Gestein. Die Brocken aus Andeer und Biasca bilden sozusagen das Herzstück des zai- Modells «Spada». Das bis zu 50 Millionen Jahre alte Urgestein ist in der Verarbeitung so leicht wie Aluminium. Dabei wirkt es aber wie ein robuster Stossdämpfer. «Klotzen, nicht kleckern» müssen dafür allerdings auch die Käufer: Stolze 5.500 Franken kostet das Paar. Ein Produkt für die Ewigkeit? Zumindest bedeutet das rätoromanische Wörtchen «zai» übersetzt soviel wie «zäh» und «widerstandsfähig». Nomen est Omen.

© Zai Ski

DIE OBERLIGA

Übrigens: Auf wirklich grossem Fuss sind Wintersportler erst seit dem Jahr 2004 unterwegs. Damals brachte die deutsche Marke Bogner den ersten Luxus-Ski auf den Markt. Immerhin 3.000 Schweizer Franken kostete das gute Stück aus Bambus. Vier Jahre später hängte der französische Produzent Lacroix die Messlatte neu: Der «Courchevel Exclusive» ist mit einem Preis von 75.000 Franken der bislang teuerste Ski aller Zeiten. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 suchte der zai-Bentley für 9.800 Franken seine Liebhaber. Der «Courchevel Exclusive» empfiehlt sich nicht nur preislich, sondern auch technisch als Sportartikel der Superlative. Allein für seine manuelle Titan-Politur wurden 150 Arbeitsstunden aufgebracht. In einer limitierten Auflage von nur zehn Exemplaren wurde der Ski eigens in einem Labor der Airbuswerke gefertigt. – Eigentlich nur noch zu toppen durch einen zai-nasa!

DIE MODELLE

AUFWÄRTSTREND

Trotz ihres guten Rufs: Die zai-Manufaktur schrieb erst neun Jahre nach ihrer Gründung blass-grüne Zahlen. Grund gaben die enorm hohen Materialkosten. Auch die Entwicklung zahlreicher Spezialmaschinen belasteten das Firmenkonto. Diese Ausgaben standen lange Zeit in keinem Verhältnis zu den Umsätzen der luxuriösen und saisonal begrenzten Marke. Doch wie heisst es so schön? Geduld zahlt sich aus! Langsam aber stetig kam die Produktion der zai-Skier in Fahrt. Im Gründungsjahr 2003 hatte Simon Jacomet lediglich 200 Prototypen auf den Markt gebracht. Sechs Jahre später lagen die Verkaufszahlen noch immer unter tausend Stück. Das sollte sich im Jahr 2010 ändern: Runde 1.000 Paar zai-Ski rutschten damals über die Ladentheken. Und ein Jahr später war endlich der Break Even mit 1.400 verkauften Skiern erreicht. Hinzu kam der Ausbau eines zweiten Geschäftszweigs: Mit exklusiven Golfschlägern und luftigen Modeartikeln richtet das Unternehmen zai sein Angebot neuerdings auch auf den Sommer aus. Mit Erfolg! Für das Jahr 2015 prophezeite Zahlenmeister Benedikt Germanier gar eine Verdopplung der Umsätze. – Bei neun Millionen Franken Investitionskosten eine erfreuliche Aussicht!

KONTAKT:

ZAI-SKI | Via dalla Stampa 8 | CH-7180 Disentis/Mustér
Tel.: +41 81 936 44 55 | info@zai.ch | www.zai.ch | Händler finden


10 EXKLUSIVE SKI-MARKEN

Die einen entwickeln High-Tech-Ski. Die anderen veredeln ihre Sportausrüstung mit echten Diamanten. Und wieder andere setzen auf ein geschicktes Marketing. Seit dem Jahr 2004 sind der Erfindergabe der Ski-Produzenten keine Grenzen gesetzt. Ihren Preisen allerdings auch nicht. Auf den firmeneigenen Internetportalen erhalten Sie einen Überblick über die Glitzerwelt des Wintersports in Europa und Nordamerika.

zai (Schweiz): www.zai.ch
Core Skis (Schweiz): www.coreskis.ch
Lacroix (Frankreich): www.lacroix-skis.com
Wally (Italien): www.wally.com
Kästle (Österreich): www.kaestle-ski.com
Kneissl (Österreich): www.kneissl.com
Zweydingers (Schweiz): www.zweydingers.com
Bogner (Deutschland): www.bogner.com
Indigo (Deutschland): www.indigosnow.de
Volant (Nordamerika): www.volantski.com